RGOW 6/2017: Orthodoxie im deutschsprachigen Raum

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Die Orthodoxie ist schon längst nicht mehr nur eine Ostkirche - überall auf der Welt existieren schon seit Jahrzehnten orthodoxe Gemeinden. So war die orthodoxe Diaspora denn auch Thema am Panorthodoxen Konzil auf Kreta letztes Jahr. Ausgehend vom dort erarbeiteten Dokument nimmt die aktuelle Ausgabe die Situation der orthodoxen Diaspora in Deutschland, der Schweiz und Österreich in den Blick.
Weitere Beiträge schildern Herausforderungen im Bildungsbereich, einerseits im orthodoxen Religionsunterricht, andererseits bei der Ausbildung von Religionslehrerinnen und -lehrern. Das Spannungsfeld zwischen der Bewahrung des eigenen kulturellen Erbes und einer stärkeren Einbindung in die Mehrheitsgesellschaft ist eine langfristige Aufgabe für die orthodoxen Gemeinden. Auch in ihrem ökumenischen Engagement steht die Orthodoxie vor bleibenden Herausforderungen.

 

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

Leseprobe:

Georgios Vlantis: Vielfalt unterwegs zur Einheit - Orthodoxie und Ökumene

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IM FOKUS

Viktor Martinovitsch: Weißrussland auf dem Schachbrett

ORTHODOXE DIASPORA

Stefanos Athanasiou: Die Orthodoxe Kirche in der Diaspora: Brücke zwischen Ost und West
Im 19. und 20. Jahrhundert haben viele ausgewanderte orthodoxe Christen in Westeuropa, Amerika und Australien Kirchgemeinden gegründet. Diese ursprünglichen Diasporagemeinden sind mittlerweile fest verankerte Kirchen in den westlichen Gesellschaften. Die orthodoxen Gläubigen aus verschiedenen Ländern stehen heute vor allem vor der Herausforderung, sich als eine Orthodoxe Kirche vor Ort zu begreifen.

Nikolaj Thon: Struktur und Arbeitsweise der Orthodoxen Kirche in Deutschland
In Deutschland lebt heute die größte Anzahl orthodoxer Christen außerhalb Ost- und Südosteuropas. Die Orthodoxe Kirche in Deutschland zeichnet sich durch ethnische Vielfalt und Einheit im Glauben aus. Seit 2010 sind die national strukturierten orthodoxen Bistümer in der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland zusammengeschlossen. Diese vertritt gesamtorthodoxe Anliegen gegenüber dem Staat und den anderen christlichen Kirchen.

Stefan Kube im Gespräch mit Bischof Andrej (Ćilerdžić): Keine uniforme Einheit, sondern versöhnte Verschiedenheit
Am Pfingstfest hat Bischof Andrej (Ćilerdžić) von Österreich, der Schweiz und Italien die Liturgie in der serbisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskirche in Zürich gefeiert. Nach dem Gottesdienst sprach Stefan Kube mit ihm über die gegenwärtigen Herausforderungen in der orthodoxen Diaspora, und wie Bischof Andrej seine große Diözese verwaltet. Ein besonderes Anliegen ist ihm der ökumenische Dialog und das Eintreten der Kirchen für das menschliche Recht auf Arbeit.

Ioan Moga: Die Ausbildung orthodoxer Religionslehrer in Österreich
Kinder aus orthodoxen Familien in Österreich besuchen auf allen Schulstufen deutschsprachigen orthodoxen Religionsunterricht. Die Ausbildung der Religionslehrerinnen und -lehrer wird in Kooperation mit dem Orthodoxen Schulamt seit 2006 an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems und seit 2015 auch an der Universität Wien angeboten. Der panorthodoxe Ansatz des Religionsunterrichts weitet den Blick der sprachlich-ethnisch geprägten Pfarrgemeinden für eine gemeinsame orthodoxe Identität.

Marina Kiroudi: Orthodoxer Religionsunterricht in Deutschland
Orthodoxer Religionsunterricht ist mittlerweile in fünf deutschen Bundesländern als ordentliches Lehrfach an öffentlichen Schulen eingeführt worden. In der Praxis hat er jedoch mit einer Vielzahl von Problemen und organisatorischem Mehraufwand zu kämpfen. Jüngst ist das erste orthodoxe Schulbuch in deutscher Sprache erschienen, das sich an der Lebenswirklichkeit der Schüler und am liturgischen Prinzip orientiert. Im Folgenden wird der orthodoxe Religionsunterricht besonders unter dem Aspekt der Diasporasituation und seiner Eigenschaft als integraler Teil Deutschlands betrachtet.

Georgios Vlantis: Vielfalt unterwegs zur Einheit – Orthodoxie und Ökumene
Die orthodoxen Migrationsgemeinden stehen in der Ökumene vor ganz anderen Herausforderungen als die Kirchen in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Ihre Erfahrungen im ökumenischen Gespräch könnten jedoch den Mutterkirchen Vorbild sein. In Deutschland sind die Orthodoxen in vielfältigen ökumenischen Kontexten präsent. Bleibende Aufgaben sind die Auseinandersetzung mit der Moderne sowie die Bewahrung der keineswegs selbstverständlichen orthodoxen Einheit.

LITAUEN

Jürgen Buch: Litauische Jahreszeiten – von einem deutschen Lutheraner in Litauen
Nach seiner Pensionierung half der Berliner Pfarrer Gottfried Schneider in Litauen bei der Entwicklung der lutherischen Gemeinden und war von 1994 bis 2000 als Dozent an der theologischen Fakultät der Universität Klaipėda tätig. Gleichzeitig machte er sich als Übersetzer litauischer Werke ins Deutsche verdient: Kristijonas Donelaitis’ „Die Jahreszeiten“, ein Schlüsselwerk der litauischen Literatur, und ein historisches Werk zur Reformation auf litauischem Gebiet sind Anfang 2017 in deutschen Verlagen erschienen.

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