RGOW 2/2016: Neue Religiöse Bewegungen

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"Neue religiöse Bewegungen" sind trotz großen Zulaufs in den 1990er Jahren im osteuropäischen und postsowjetischen Raum eine eher marginale Erscheinung geblieben. Dennoch präsentiert sich die Szene vielfältig und von Land zu Land verschieden. Während ihnen die meisten Gesellschaften heute eher gleichmütig begegnen, betrachtet die Russische Orthodoxe Kirche sie als Gefahr für die "geistige Sicherheit".
Aus aktuellem Anlass werfen wir in diesem Heft zudem einen Blick auf die Russische Orthodoxe Kirche und die Vorbereitungen zum Panorthodoxen Konzil, das im Mai 2016 auf Kreta stattfinden soll.

 

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

Leseprobe:
Marat Shterin: Attraktivität und Dilemma - Neue religiöse Bewegungen in Russland

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Im Fokus: Patriarch Kirill entlässt prominente Mitarbeiter
von Natalija Zenger und Regula Zwahlen

ORTHODOXE KIRCHE

Stefan Kube: Panorthodoxes Konzil findet auf Kreta statt
Innerorthodoxe Konflikte und Streitfragen hätten beinahe zu einer erneuten Verschiebung des Panorthodoxen Konzils geführt. An ihrer Synaxis in Chambésy einigten sich die Kirchenoberhäupter jedoch auf Kreta als Konzilsort und auf einen abgespeckten Themenkatalog, der ungelöste strittige Themen vorerst ausklammert.

SRF Blickpunkt: Religion
zur Synaxis der Orthodoxen
Kirchenhäupter vom 21.-28. Januar 2016
in Chambésy

Andrei Desnitsky: Die Russische Orthodoxe Kirche vor dem Panorthodoxen Konzil
Auf die politisch geförderte patriotisch-nationalistische Stimmung in Russland reagiert die Russische Orthodoxe Kirche selbst mit verstärktem Konservatismus und patriotischer Rhetorik. Das verhindert wichtige innere Reformen und fördert Konflikte mit orthodoxen Christen außerhalb Russlands, besonders in der Ukraine. In dieser Frage kommt auch die Konkurrenz mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel am stärksten zum Ausdruck, die das kommende Panorthodoxe Konzil prägen wird.

NEUE RELIGIÖSE BEWEGUNGEN

Marat Shterin: Attraktivität und Dilemma: Neue religiöse Bewegungen in Russland
Im postsowjetischen Russland ist eine vielfältige Szene neuer religiöser Gruppen entstanden, auch wenn deren Anhängerzahl relativ gering geblieben ist. Von der Politik, der Russischen Orthodoxen Kirche und einer antikultischen Bewegung nach westlichem Vorbild werden die neuen religiösen Gruppierungen jedoch unter Druck gesetzt, so dass ihre Zukunft ungewiss ist.

Mariya Lesiv: Der moderne ukrainische Paganismus
In der Ukraine erfreuen sich Gruppierungen, die alte pagane Rituale wieder zu beleben versuchen, zunehmender Beliebtheit. Während ihre Publikationen vor allem mit ethnonationalistischen und rassistischen Ideologien auffallen, fühlen sich viele Menschen aufgrund ästhetischer, esoterischer und magischer Elemente zu ihnen hingezogen.

Milda Ališauskienė: Neue Religionen in Litauen: Alltag an den Rändern der Religion
Im katholisch geprägten Litauen haben es neue religiöse Bewegungen schwer, rechtlich als Religionsgemeinschaften anerkannt zu werden. Dennoch beherbergt der baltische Staat eine große Vielfalt an religiösen Gruppen, deren Zahl sich in den 2000er Jahren verdoppelt hat. Ein wachsender Teil der litauischen Bevölkerung steht diesen Gruppen zumindest neutral gegenüber, während diese von den Medien häufig noch immer stigmatisiert werden.

Paweł Załęcki: Neue religiöse Bewegungen in Polen
Die ersten neuen religiösen Bewegungen in Polen entstanden bereits zu kommunistischer Zeit. Während sich mehrere neue religiöse Bewegungen aus dem Ausland fest im Land etabliert haben, sind die ausschließlich polnischen Gruppierungen eine Randerscheinung geblieben. Von Bedeutung sind hingegen neue geistliche Bewegungen, die sich im Rahmen der römisch-katholischen Kirche entfaltet haben.

Aleš Črnič: Kein homogenes Land: Neue religiöse Bewegungen in Slowenien
Auf den ersten Blick ein religiös homogenes Land, beherbergt Slowenien eine Vielfalt an Religionen. Mehrheitlich werden die neuen religiösen Bewegungen akzeptiert, meist sind sie sehr klein und werden öffentlich kaum wahrgenommen. Die Situation der Glaubensgemeinschaften ist insgesamt komfortabel, dennoch sind sie in letzter Zeit vermehrt mit staatlichen Restriktionen bzw. Restriktionsversuchen konfrontiert.

Zdeněk Vojtíšek: Neue religiöse Bewegungen in Tschechien
Trotz anfänglicher Skepsis und einiger spektakulärer Kriminalfälle nimmt ein Großteil der tschechischen Gesellschaft die neuen religiösen Bewegungen mittlerweile mit einem wohlwollenden Desinteresse wahr. So konnte sich in den letzten Jahren eine vielfältige religiöse Szene entfalten.

Wolfgang Schwaigert: Die Armenisch-Katholische Kirche
Die Armenisch-Katholische Kirche entstand nach mehreren gescheiterten Unionsversuchen im 17./18. Jahrhundert. Der Orden der Mechitharisten spielte eine wichtige Rolle bei der Bewahrung des kulturellen und kirchlichen Erbes der Armenier. In Syrien ist das kirchliche Leben gegenwärtig fast gänzlich zum Erliegen gekommen und ein Großteil der Gläubigen befindet sich auf der Flucht.

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