Unterstützung für Witwen

Der Wohltätigkeitsfonds „Mit Rat und Tat“ setzt sich für Witwen und deren Kinder im Raum St. Petersburg ein. In Zusammenarbeit mit Psycholog*innen, Sozialarbei­ter*innen und Jurist*innen wird den Witwen eine breit gefächerte Betreuung angeboten, um ihnen in der schwierigen Lebensphase zu helfen. Gegründet wurde der Wohltätigkeitsfonds 2017 von Elena Lepeschonok und Alexandra Starostenko. Beide verfügen über mehrjährige  Erfahrung im karitativen Bereich und kennen aus persönlicher Erfahrung die Herausforderungen, mit denen Frauen und Kinder nach dem Tod ihres Partners bzw. Vaters konfrontiert sind. In Russland gab es zuvor keine Beratungsstellen für Hinterbliebene. Staatliche Hilfeleistungen sind minim und beschränken sich auf formale Aspekte.

Projektziele
„Mit Rat und Tat“ hat sich die Überwindung der Isolation von Witwen und deren Kindern zum Ziel gesetzt. Einzelberatungen helfen, konkrete Problemstellungen wie Miet­ oder Erbfragen zu lösen. Ein Netzwerk von Freiwilligen erleichtert die Kinderbetreuung, zudem bietet die Organisa­tion Unterstützung bei der Arbeitssuche und lindert die materielle Not von betroffenen Familien. Einmonatige Kurse unter der Leitung von Psycholog*innen sollen helfen, den Verlust zu verar­beiten und neue Ressourcen zu finden. Daran schliessen sich regional aufgebaute Selbsthilfegruppen an, deren Leiterinnen durch den Fonds ausgebildet werden. Dank Online­-Weiterbildung und Supervision konnten in ganz Russland im Jahr 2020 bereits 13 Frauen in neun verschiede­nen Regionen ihre Arbeit als „Leader“ eines solchen Selbsthilfenetzes aufnehmen.

Sozialer Hintergrund
In Russland liegt die jährliche Sterberate von Männern um ein Vielfaches höher als diejenige von Frauen. Allein in der Stadt St. Petersburg und in der umliegenden Region sterben pro Jahr ca. 10‘000 Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren. Tod und Verlust sind noch weitgehend Tabuthemen in Russland, so dass auch keine Kultur der psychologischen Betreuung für Hinterbliebene existiert. Die Witwen mit oder ohne Kinder sind meist auf sich allein gestellt. Von staatlicher Seite können sie nur mit einer nicht existenzsichernden Rente rechnen.

Projektbewertung
„Mit Rat und Tat“ ist die erste NGO in Russland, die Witwen und deren Kindern qualifizierte Un­ terstützung anbietet. Wegen der grossen Nachfrage aus verschiedenen Landesteilen baut das Leitungsteam ein Unterstützungsnetzwerk für lokal verankerte Selbsthilfegruppen von Witwen in ganz Russland auf. 2020 hat „Mit Rat und Tat“ dazu eine Online­-Plattform für Konsultationen und Webinare lanciert. Zum weiteren Aufbau des Selbsthilfenetzwerks und zur Schulung ist der Fonds auf unsere finanzielle Unterstützung angewiesen.

„Wir möchten unser erprobtes Unterstützungsprogramm so weiter entwickeln, dass es in vielen Regionen des Landes angeboten werden kann.“
Elena Lepeschonok, Co-Leiterin von mit "Rat und Tat"

Projektinformationen auf einen Blick: pdfFlyer
Weitere Informationen auf der Internetseite des Projektpartners


Projektberichte

Auftritt im regionalen TV-Kanal 78 am 31. März 2021 (russisch)