Kasachstan: Größte katholische Kathedrale Zentralasiens eingeweiht

Im kasachischen Karaganda (kas. Qaraghandy) hat Kardinaldekan Angelo Sodano am 9. September die größte katholische Kirche Zentralasiens geweiht.

Der Kardinal würdigte die Kathedrale als ein Symbol für die neue Religionsfreiheit im mehrheitlich muslimischen Kasachstan. Sodano dankte insbesondere Staatspräsident Nursultan Nasarbajev. Dieser habe den Bau der Kathedrale sehr gefördert. Die 22 Meter hohe Bi- schofskirche «Unserer Lieben Frau von Fatima – Mutter der Nationen» ist mit rund 1000 Quadratmetern deutlich größer als die bisherige Kathedrale in Karaganda. Sie bietet 500 Menschen Platz. Die im neugotischen Stil errichtete neue Kathedrale liegt zudem anders als ihre Vorgängerin nahe dem Stadtzentrum. An der Weihe nahmen auch ranghohe Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche und der muslimischen Gemeinde teil.

In Kasachstan sind etwa 70 Prozent der mehr als 16 Millionen Einwohner Muslime. 26 Prozent bekannten sich bei der Volkszählung 2009 zum Christentum. Der Großteil der gut vier Millionen Christen in Kasachstan gehört der Russischen Orthodoxen Kirche an. Die Zahl der Katholiken beträgt landesweit rund 150 000. Viele von ihnen gehören der deutschen Minderheit an (s. RGOW 10/2012, S. 24-25).

Das Bistum Karaganda wurde 1999 gegründet. Es zählt rund 30 000 Gläubige. Mit dem Bau der neuen Bischofskirche in der viertgrößten kasachischen Stadt wurde 2004 begonnen. Finanziert wurde die Bischofskirche mit Spenden aus Europa. Die bisherige, 1980 geweihte Kathedrale liegt am Stadtrand und ist von außen nicht als Kirche zu erkennen. Die neue Kirche soll auch ein Gedenkort für die «Opfer des kommunistischen Regimes» sein. Bei Karaganda befand sich das berüchtigte sowjetische Zwangsarbeitslager KarLag (s. RGOW 10/2012, S. 26-27).

Kathpress, 9. September 2012.

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