Deutschland: Lutherische-orthodoxe Kommission feiert 30-jähriges Bestehen
Die Kommission setzt sich zusammen aus Vertretern des Lutherischen Weltbundes (LWB) sowie der orthodoxen Kirchen unter Federführung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Bei einer von den Ausschussmitgliedern vorgenommenen Evaluierung im Rahmen ihrer 15. Plenartagung vom 31. Mai bis 7. Juni in Wittenberg würdigten beide Seiten die Arbeit der Dialoggruppe und bekräftigten ihr Engagement für die Einheit der Kirche.
Die Kommissionsmitglieder brachten eindringlich «ihren Wunsch und ihre Bereitschaft zur Fortführung des Dialogs» zum Ausdruck sowie ihre Dankbarkeit «für den Zuwachs an Verständnis, der zu vielen Themen erreicht wurde». Sie bekräftigten das Mandat, das vor 30 Jahren 1981 im finnischen Espoo beschlossen worden war: «den beiden Kirchentraditionen Wege aufzuzeigen zu Konvergenz, voller Kirchengemeinschaft und gegenseitiger Anerkennung».
Auf orthodoxer Seite ergab die Evaluierung unter anderem die Bitte an die lutherischen Kommissionsmitglieder, ihren Kirchen die Besorgnis der orthodoxen Gesprächspartner zu vermitteln hinsichtlich der «möglichen ernsten Folgen für den Dialog, die sich ergeben aus der weit verbreiteten lutherischen Praxis der Frauenordination und, in jüngster Zeit, aus den von einigen lutherischen Kirchen getroffenen Entscheidungen im Blick auf Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen».
Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten beendete die Kommission ihre Arbeit an der gemeinsamen Erklärung unter dem Titel «Das Mysterium der Kirche: Wesen, Merkmale und Mission der Kirche». Die Erklärung befasst sich mit dem Wesen der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche sowie den folgenden Fragestellungen zur Mission der Kirche: Mission und Einheit der Kirche, Mission als Zeugnis und Verkündigung, Mission und die Diakonie sowie die Problembereiche Proselytismus und Streben nach Vorherrschaft.
Lutherische Welt-Information 7 / 2011, S. 4.