Moldova: Regierung plant Revidierung der staatlichen Anerkennung des Islam
Diese Zusicherung machte er gegenüber Metropolit Vladimir (Cantarian) von Chişinău, Oberhaupt der Moldauischen Orthodoxen Kirche/Moskauer Patriarchat. Dieser hatte nach der Registrierung der Islamischen Liga erklärt, seine Kirche bedaure, «dass diese Religion bei uns registriert ist. In meinen Augen bedeutet das eine Erniedrigung der Orthodoxen, die die Mehrheit in der Republik bilden.» Später hatte der Metropolit die Orthodoxen am 9. Mai, dem «Tag des Sieges», zum Protest gegen die «Islamisierung» des Landes aufgerufen und sie gebeten, «diese nicht gleichgültig hinzunehmen», da es «morgen und übermorgen bereits gefährlich wird». Mehrere orthodoxe Vereine folgten dem Aufruf und führten Mitte Mai in Chişinău und anderen Städten Demonstrationen gegen die Anerkennung muslimischer Organisationen durch.
Bischof Marchel (Mihăiescu) von Bălţi und Făleşti sowie mehrere Priester kündigten am 24. Mai an, sie würden aus Protest gegen die Registrierung der Islamischen Liga die Regierung des Landes in den Gottesdiensten nicht länger kommenmorieren. Priester Teodor Roschka sagte, für das Land werde man weiterhin beten, nicht aber für die Regierenden, da deren Tun orthodoxen Wertvorstellungen widerspräche. Die Pressesprecherin der Moldauischen Orthodoxen Kirche erklärte jedoch, die Kirchenleitung tadle dieses Vorgehen, da eine solche Entscheidung allein dem Hl. Synod vorbehalten sei. Metropolit Vladimir versicherte Präsident Filat am 25. Mai, seine Kirche werde weiterhin für die Gesundheit der Regierenden beten, wenn sie der Islamischen Liga die staatliche Anerkennung entziehen würden. In einer Stellungnahme hielt der Leiter der Islamischen Liga fest, die Moldauische Orthodoxe Kirche handle rechtswidrig, da die Republik Moldau ein Rechtsstaat mit demokratischen Prinzipien sei. Die Kirche wäre besser beraten gewesen, sich zuvor mit dem Religionsgesetz vertraut zu machen, statt mit Appellen an die Öffentlichkeit zu treten.
www.religio.ru, 24. Mai; www.rferl.org, 25. Mai 2011 – O.S.



