Schweiz: Rumänische Gemeinde «St. Paraskeva» – neues Mitglied der ACK Appenzell – St. Gallen

Am 1. Dezember 2008 wurde die rumänisch- orthodoxe Pfarrei «St. Paraskeva» in der Ostschweiz (mit Sitz in Chur) als Mitgliedsgemeinde in die ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) Appenzell - St. Gallen aufgenommen. Damit zählt diese nun drei orthodoxe Mitgliedsgemeinden: eine griechisch-, eine serbisch- und eine rumänisch- orthodoxe. Priester der rumänischen Gemeinde ist seit 2004 Alexandru Nan, der die Aufnahme seiner Gemeinde in die ACK Appenzell - St. Gallen vorangetrieben hat. Die Vertreter der in der ACK vertretenen Kirchen hatten am 12. September 2008 dem Aufnahmegesuch der rumänischorthodoxen Pfarrei zugestimmt. Rumänisch-orthodoxe Gemeinden in der Schweiz gibt es seit über 30 Jahren: in Genf seit 1975, in Lausanne seit 1982 (der Priester von Lausanne zelebrierte hin und wieder auch in Zürich die Liturgie); seit 1986 gibt es auch eine rumänisch-orthodoxe Pfarrei im Kanton Tessin.

Nach der «Revolution» in Rumänien im Dezember 1989 verstärkte sich die Zuwanderung in die Schweiz. Weil sich damit die pastoral-missionarischen Bedürfnisse in der Schweiz erheblich vergrößerten, wurde 2004 beschlossen, noch drei weitere rumänisch- orthodoxe Pfarreien aufzubauen: eine für den Kanton Neuchâtel, eine für die Kantone Bern und Basel sowie eine für die Kantone St. Gallen und Graubünden (Ostschweiz). Die seelsorgerliche Betreuung der in den Kantonen St. Gallen und Appenzell lebenden Ru mänen (eine offizielle Pfarrei für St. Gallen gab es noch nicht) übernahm trotz der großen Distanz zunächst der Priester der Genfer Gemeinde, Adrian Diaconu, Dekan der Rumänisch-Orthodoxen Kirche der Schweiz. Als die rumänisch- orthodoxe Gemeinde in Zürich sich 2001 verselbständigte, übernahm der Zürcher Priester auch die geistliche Betreuung der Gläubigen von St. Gallen. Um den rumänisch-orthodoxen Priester in Zürich zu entlasten, wurde am 3. April 2004 der junge rumänische Theologe Alexandru Dan Nan zum Priester geweiht (vgl. G2W 6/2004, S. 9; dort auch über die Entstehung der rumänisch- orthodoxen Pfarrei «St. Paraskeva »). Die Priesterweihe wurde im Auftrag von Metropolit Iosif (Pop), Oberhaupt der rumänisch-orthodoxen Metropolie West- und Südeuropa (Sitz: Paris) von seinem Vikarbischof Siluan (S¸pan) aus Paris (jetzt: rumänischer Bischof von Italien) vollzogen. Dank der Unterstützung durch den Churer Altbischof Amédée Grab und den heutigen Bischof von St. Gallen, Markus Büchel, wurde bald eine Kirche gefunden: die Krypta der St. Georgen- Kirche in St. Gallen, wo in der Osternacht 2004 die erste Göttliche Liturgie gefeiert wurde. Bereits einen Monat später konnte auch in Chur, in der Maria Himmelfahrt-Kathedrale, der erste Gottesdienst zelebriert werden. Zwischen Herbst 2004 und Sommer 2006 fanden regelmäßig Gottesdienste auch in Davos statt. Daneben werden seit Dezember 2006 rumänisch- orthodoxe Gottesdienste für Rumänen im österreichischen Vorarlberg in Feldkirch gefeiert; allerdings hat sich im Januar 2008 die rumänische Gemeindegruppe von Vorarlberg verselbständigt. Die Gottesdienste für die in der Ostschweiz lebenden Rumänen zelebriert Priester Alexandru Nan abwechselnd in Chur und St. Gallen (vgl. Homepage der Pfarrei «St. Paraskeva»: www. biserica-romana.ch). Als Patronin der Pfarrei wurde die Heilige Paraskeva gewählt - eine sehr populäre Heilige, die im 11. Jh. gelebt hat und die am 14. Oktober in der ganzen orthodoxen Welt verehrt wird. Priester lic. theol. Alexandru Nan (*1973 in Medias, Rumänien) hat orthodoxe Theologie in Cluj-Napoca/ Klausenburg und Sibiu/Hermannstadt sowie katholische Theologie in Chur und Lugano studiert und mit dem Mag. theol. (in orthodoxer und katholischer Theologie) abgeschlossen. Er arbeitet an einer Dissertation im Fach Kirchenund Dogmengeschichte an der Facoltà di Teologia di Lugano.

Nach einem Bericht von Alexandru Nan sowie dessen Kurzer Geschichte der Pfarrei «St. Parascheva», in: www.biserica-romana.ch - G.S.

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