UNMIK-Leiter zu Gesprächen mit der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad
Zannier informierte die beiden Bischöfe über sein Mandat als Leiter der UN-Mission und berichtete über die Bemühungen der UMNIK, aktuelle Probleme beim Wiederaufbau zerstörter serbisch-orthodoxer Kirchen und Klöstern zu lösen. Im Gespräch mit Lamberto Zannier wies Metropolit Amfilohije darauf hin, dass die einseitige Unabhängigkeitserklärung Kosovos nicht nur für die «Heiligen Stätten in Kosovo und Metohija» eine Gefahr darstelle, sondern langfristig eine essentielle Bedrohung für die Sicherheit des gesamten Balkanraums sei. Er hob auch hervor, dass die Serbische Orthodoxe Kirche mehrmals ihre Bereitschaft signalisiert habe, mit den internationalen Behörden beim Wiederaufbau der zerstörten Kirchen Klöster zusammenzuarbeiten, solange diese Zusammenarbeit im Rahmen der UN-Resolution 1244 verlaufe - und damit keine Anerkennung eines unabhängigen Staates Kosovo impliziere. Standpunkt und Tätigkeit der Kirche seien laut Metropolit Amfilohije mit der Regierung und den staatlichen Stellen Serbiens abgestimmt. Vorausgegangen war dem Treffen eine scharfe Protestnote des Hl. Synods an Lamberto Zannier. Die Bischöfe protestierten in ihrem Schreiben gegen die Erstellung einer elektronischen Datenbank über das kulturelle Erbe in Kosovo durch das kosovarische Ministerium für Kultur. Gegenüber Medien habe nämlich der kosovo-albanische Minister für Kultur, Valton Beqiri, gesagt, dass das Vorhaben primär dem Schutz und der Förderung des kulturellen Erbes sowie dessen Präsentation als «eines und unteilbares» diene. Demgegenüber betonte der Hl. Synod, dass «das serbische kulturelle Erbe in Kosovo und Metohija» weltweit bekannt sei, und dass bereits mehrere Denkmäler unter dem Schutz der UNESCO stünden. Dieses kulturelle Erbe sei ein Teil des serbischen Volkes und der Serbischen Orthodoxen Kirche, die dieses Erbe geschaffen und tradiert habe. Beqiri dagegen wolle «das serbische kulturelle Erbe in Kosovo und Metohija in ein kosovarisches Eigentum» umbenennen, was gegen den Ahtisaari-Plan und andere internationale Abkommen verstieße. In diesen sei eindeutig festgelegt worden, die serbisch-orthodoxe Identität des Kulturerbes zu respektieren. Die Äußerungen von Beqiri bewertete der Hl. Synod daher als «Versuch der Usurpierung und Änderung der Identität unseres religiösen und nationalen kulturellen Erbes». Durch die Bezeichnungen «kosovarisch» oder «orthodox» (ohne «serbisch») wolle man das Kulturerbe politisch vereinnahmen und zur Befestigung der unrechtmäßig proklamierten Unabhängigkeit Kosovos missbrauchen.
ID SOK Mitteleuropa, 16., 23. Februar 2009 - S.K.



