Slowakischer Kardinal Ján Korec wird 85

Am 22. Januar wurde Kardinal Ján Chryzostom Korec, eine der führenden Gestalten der katholischen Kirche in der Slowakei während des Sozialismus, 85 Jahre alt. Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken, würdigte aus diesem Anlass das «beeindruckende Glaubenszeugnis» Korecs. Während seiner Amtszeit als Bischof von Nitra hatte Korec zu den Projektpartnern von Renovabis gezählt.

Ján Chryzostom Korec wurde am 22. Januar 1924 in Bošany im Westen der Slowakei geboren. Schon in seiner Gymnasialzeit trat er in das Noviziat des Jesuitenordens ein. Während seines Studiums am Jesuitenkolleg in Trnava wurde er im Rahmen einer landesweiten Verhaftungswelle von Bischöfen, Priestern und Ordensleuten 1950 ebenfalls inhaftiert. Am 1. Okto ber 1950 wurde er geheim zum Priester geweiht. Nur ein Jahr später erfolgte die ebenfalls geheime Bischofsweihe durch Bischof Pavol Hlinica. Bis zur Wende übte Korec sein Bischofsamt im Untergrund aus. Offiziell arbeitete er anfangs als Fabrikarbeiter, wurde jedoch 1959 wegen «illegaler priesterlicher und umstürzlerischer Tätigkeit» zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Während des Prager Frühlings wurde er aus der Haft entlassen und 1969 vollständig rehabilitiert. Er konnte danach einige Jahre als Spitalseelsorger arbeiten, ehe er erneut mit Berufsverbot belegt wurde.

Nach der «Wende» war Korec kurze Zeit Rektor des Priesterseminars in Bratislava, ehe er als Bischof der Diözese Nitra eingesetzt wurde. 1991 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. die Kardinalswürde. Das bekannteste Buch von Korec, in dem er die Zeit der Unterdrückung der Kirche in der sozialistischen Slowakei beschreibt, ist 1996 auf Deutsch unter dem Titel «Die Nacht der Barbaren: als Geheimbischof in der Kirche des Schweigens, 1950-1970» erschienen.

www.kathpress.at 16. Januar, www.renovabis.de, 20. Januar 2009; www.kbs.sk/?cid=1118436542 - R.C.

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