Russische Kirche will auch in Afrika stärker präsent sein

Nachdem Metropolit Kirill (Gundjajev) von Smolensk, Chef des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, im Oktober und November 2008 kirchliche und wohl auch politische Interessen in Süd-Amerika vertreten hatte (s. G2W 2/2009, S. 6), widmete er sich während seiner Afrika-Reise vom 22. bis 30. November vermutlich der gleichen Aufgabe: Diese führte ihn nach Angola, Namibia und Süd-Afrika. In der angolanischen Hauptstadt Luanda wurde er von Präsident José Edoardo dos Santos und dem russischen Botschafter, Sergej Netschaev, empfangen. Anschließend reiste er in den Nordosten Angolas, in die Provinz Lunda Sul, wo hunderte von Russen in der Diamantenmine von Catoca arbeiten. Die Mine ist die viertgrößte Diamantenmine der Welt, sie gehört einem internationalem Konsortium: Über 30 % besitzen zu gleichen Teilen die staatliche Bergbaugesellschaft Angolas und die russische Bergbaugesellschaft «Alrosa» - der zweitgrößte Diamantenförderer weltweit. Nach seiner Rückkehr nach Luanda sprach Metropolit Kirill mit russischen Landsleuten und erörterte mit ihnen die Möglichkeiten zur baldigen Gründung einer Gemeinde.

Die weitere Reise führte nach Namibia, wo Metropolit Kirill von Staatschef Hifikepunye Lucas Prohamba empfangen wurde. Metropolit Kirill bat Prohamba, dieser möge das Bauprojekt für eine russische Kirche unterstützen. In der Hauptstadt Windhoek weihte Metropolit Kirill die neuen Gebäude der russischen Botschaft ein. Nach seiner Ankunft in Johannesburg in Südafrika am 29. November sprach Metropolit Kirill mit Metropolit Serafim (Iakovu), Oberhaupt der Eparchie Johannesburg des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Alexandria und ganz Afrika. Ferner führte Metropolit Kirill Gespräche mit Vertretern anderer christlicher Kirchen - mit Katholiken, Protestanten und Altorientalen. Am nächsten Tag zelebrierte er eine Liturgie in der russisch-orthodoxen Hl. Sergius- Kirche, die das Patriarchat Moskau vor zehn Jahren errichten ließ. Das Patriarchat Alexandrien, das in der traditionellen kanonischen Reihenfolge der Patriarchate den zweiten Platz nach Konstantinopel einnimmt, hat die Jurisdiktion über den gesamten afrikanischen Kontinent inne.

Das Patriarchat Alexandrien, zu dessen Gliedern historisch vor allem Griechen und Araber in Ägypten zählen, hat in den letzten fünfzig Jahren dank Missionsbestrebungen einen großen Aufschwung in Zentralund im südlichen Afrika erlebt: insbesondere in Kenia, Uganda, Tansania, Sambia, Zimbabwe, Ghana, der Republik Kongo, in Kamerun und Madagaskar sowie in Südafrika. Insgesamt verfügt das Patriarchat Alexandrien in Afrika über 25 Eparchien.

SOP Nr. 334, Januar 2009 - O.S.

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