Türkei will Muslime in Abchasien unterstützen
Wie die Website der «Nezavisimaja gazeta » mit Hinweis auf die türkische Presse berichtet, hat der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei, Prof. Dr. Ali Bardako?lu, den Stv. Mufti Abchasiens, Timur Dzyba, Ende November 2008 in Ankara zu Gesprächen empfangen. Bardako?lu, ein Jurist, ist qua Amt die höchste Autorität des Islams in der Türkei; er gilt als gemäßigt. Kurz zuvor hatte er Moskau im Rahmen einer Konferenz über «Entwicklung der islamischen religiösen Bildung in Russland und im Ausland » besucht. Beide Seiten vereinbarten, türkische Geistliche mit Arabisch-Kenntnissen nach Abchasien zu entsenden, «um das religiöse Band zwischen beiden Ländern zu stärken».
Gegenüber der «Nezavisimaja gazeta» erklärte Timur Dzyba, von einem «Einsatz türkischer Propagandisten » könne aber keine Rede sein. Die türkische Seite habe sich grundsätzlich bereit erklärt, Abchasen an ihren staatlichen geistlichen Bildungseinrichtungen studieren zu lassen und Gelder zum Bau einer Moschee in Suchumi sowie in Gudaut zur Verfügung zu stellen. Zuvor müsse man jedoch mit den Behörden in beiden Städten über die Zuteilung eines geeigneten Geländes verhandeln. Wie der Stv. Mufti weiter berichtete, hatten die Abchasen während ihres mehrtägigen Besuchs in der Türkei auch Gelegenheit, mit den Muftis von Ankara und Istanbul Gespräche über die politische, geistliche und wirtschaftliche Lage ihres Landes zu führen und über ihre Beziehungen zu den muslimischen Organisationen Russlands, insbesondere dem Mufti-Rat, zu berichten. Dzyba betonte, die Geistliche Leitung der Muslime Abchasiens habe diese Gespräche ausschließlich in eigenem Namen geführt. Man habe indessen dem Vorsitzenden des Mufti-Rates Russlands, Mufti Ravil Gajnutdin, Bericht über die Reise erstattet und sei sehr dankbar für seine geistliche Unterstützung. Abchasischen Angaben zufolge beträgt die Einwohnerzahl der von Georgien abtrünnigen Republik 320 000, laut UNOAngaben jedoch 200 000 Personen, wovon eine Hälfte orthodox, die andere muslimisch sein soll.
www.religion.ng.ru, 3. Dezember 2008 – O.S.



