Serbische Gemeinde in Zürich 40 Jahre – Gedenktafel für hl. Nikolaj (Velimirovi?) in Bern
Als Referenten waren eingeladen Metropolit Dr. Kryštof (Pulec), Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in den Tschechischen Landen und in der Slowakei, Prag, sowie Archimandrit Andrej (?ilerdži?), München (ehem. Beauftragter der Hl. Bischofssynode der Serbischen Orthodoxen Kirche für Ökumene). Die Moderation des Podiumsgespräches hatte Dr. Gerd Stricker, Institut G2W Zürich.
Metropolit Kryštof unterstrich in seinem einführenden Votum in allgemeinen Zügen die Notwendigkeit der Ökumene auch für die Orthodoxie, bevor er auf die extreme Minderheitensituation der orthodoxen Kirche in Tschechien und der Slowakei einging.
Der anschließende Vortrag von Archimandrit Andrej stellte ein regelrechtes ökumenisches Feuerwerk dar. Dieses uneingeschränkte Bekenntnis zur Ökumene steht in schroffem Gegensatz zu Äußerungen mancher Bischöfe der Serbischen Orthodoxen Kirche. Ein Teil des Episkopats - darunter auch der für Zürich zuständige Bischof Konstantin von Mitteleuropa - tun sich mit der Ökumene noch immer sehr schwer.
Archimandrit Andrej begründete die Ökumene zunächst einmal biblisch. Dann gab er einen historischen Abriss der Geschichte der Ökumenischen Bewegung, charakterisierte die heutige Situation und betonte, dass die Ökumenische Bewegung bzw. die Ökumene als solche nicht gleichzusetzen sei mit dem Genfer Weltkirchenrat - dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Hier habe es in der Tat Fehlentwicklungen gegeben, die aber nicht grundsätzlich gegen die Ökumene sprechen. Im anschließenden Diskussionsteil konnte Archimandrit Andrej eine Reihe kritischer und skeptischer Vorbehalte, die von Teilnehmern geäußert wurden, aus dem Weg räumen. In der Serbischen Orthodoxen Kirche sind - wie vielfach in der orthodoxen Welt - die Termini „Ökumene" und „Ökumenische Bewegung" beinahe unbekannt. In den orthodoxen Kirchen der einst kommunistischen Welt (aber zuweilen auch in orthodoxen Kirchen im Westen, etwa von der Russischen Orthodoxen Auslandskirche) wird statt „Ökumene" der Begriff „Ökumenismus" verwendet - so, als ob er in die gleiche negative Kategorie gehöre wie alle Wörter mit der Endung „-ismus", z.B. die Termini „Kommunismus", „Sozialismus", „Faschismus".
Am nächsten Tag, dem 31. Oktober 2008, lud die Christkatholische Kirche der Schweiz zu einem besonderen Gottesdienst in die Berner St. Peter-und-Paul-Kirche ein: Nach der von Bischof em. Hans Gerny zelebrierten Messe weihten Metropolit Kryštof und Bischof Lavrentije (Trifunovi?) von Šabac/Serbien eine Gedenktafel für den von der Serbischen Orthodoxen Kirche 2003 kanonisierten Bischof Nikolaj (Velimirovi?, 1880-1956) von Ži?a. Anwesend war auch Pfr. Dr. Emmanuel Simandirakis, Zürich, als offizieller Vertreter des Metropoliten Jeremias von der Schweiz (Ökumenisches Patriarchat Konstantinopel).
Der nachmalige Bischof Nikolaj (Velimirovi?) hat zwischen 1906 und 1908 vier Semester an der Christkatholisch-theologischen Fakultät studiert, hier eine Doktordissertation vorgelegt und während seines Aufenthaltes in Bern mit Erlaubnis seiner Kirche aktiv am Gottesdienstleben der Christkatholischen Kirche teilgenommen. Von den Nationalsozialisten wurde er im KZ Dachau interniert. Nach dem Krieg wurde er allerdings vom Ökumeniker zum Nationalisten.
Pfarrer Prof. Dr. Urs von Arx, der die Predigt an diesem Gedenkgottesdienst hielt, würdigte die Berner, die ökumenische Phase des hl. Nikolaj.