Die orthodoxen Bischöfe Deutschlands zur Lage der Christen im Vorderen Orient
Die „Versammlung der orthodoxen Bischöfe in Deutschland" hat an ihrer Herbstsitzung am 1. November 2008 die nachfolgend abgedruckte Resolution zur Lage der Christen im Vorderen Orient verabschiedet. Wir publizieren die Resolution ungekürzt.
Mit großer und wachsender Sorge haben wir orthodoxen Bischöfe Deutschlands in den letzten Monaten die Entwicklung und Bedrohung der christlichen (und auch anderer religiösen) Minderheiten in einigen Ländern des Vorderen Orients und besonders im Irak verfolgt - vor allem die zahlenmäßige und immer brutalere Zunahme der Gewalt seit Ende September in Mossul, aber auch an anderen Orten, wo mehrere Tausend christliche Familien aus ihrer Heimat fliehen mussten, Häuser, Kirchen und Klöster bombardiert und zerstört wurden. Auch aus Ägypten erreichen uns zunehmend Berichte von Übergriffen gegen koptische Christen, Geistliche und Klöster.
Aus unseren Gemeinden kommen von unseren Gläubigen immer mehr besorgte Anfragen, wie eine Besserung der Lage für diese - inzwischen kann man wohl sagen: verfolgten - Christen im Irak und in Ägypten erreicht werden und wie sich unsere Kirche für sie engagieren kann. - Da viele von ihnen Mitglieder der orthodoxen und der orientalisch-orthodoxen Kirchen sind, berührt uns ihr Schicksal besonders.
Dabei scheint uns, dass die Politiker der Staaten, die den Sturz des Hussein-Regimes erreicht haben, nicht genügend für die Sicherheit der christlichen Gemeinschaften des Iraks und für ihr Überleben getan haben. Wir hoffen, dass es noch nicht zu spät ist, dies wenigstens für jene zu tun, die bislang ausgeharrt haben: Eine weitere Flucht der Christen aus dem Irak und damit das Ende einer nahezu 2000-jährigen christlichen Kultur im Zweistromland kann nicht im Sinne einer vom Humanismus geprägten und einer dem Kampf gegen den Terrorismus und für die Freiheit [verschworenen] Weltgemeinschaft sein, für die die westlichen Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, eintreten. Dies gilt auch für andere christliche Minderheiten im Vorderen Orient, die sich Übergriffen ausgesetzt sehen.
Von daher rufen wir eindringlich all jene, die politische Verantwortung tragen, dazu auf, unverzüglich alles für den Schutz der christlichen Minderheiten im Vorderen Orient Mögliche zu tun. Da ihre Lage am prekärsten ist, ist ein Engagement für die Christen im Irak dringend notwendig. So ersuchen wir die Bundesregierung, ihre Verbündeten aufzufordern, deren dort befindliche Truppen zum Schutz der Christen vor muslimischen Extremisten einzusetzen, damit so irakische Christen trotz aller Gefahr eine Chance sehen können, in ihrer Heimat, im Land ihrer Vorväter zu bleiben und dort weiterhin die christliche Tradition des Landes zu bezeugen.
Dabei ist uns bewusst, dass für viele der vom religiösen Fanatismus bedrohten Christen im Irak ein weiteres Verbleiben unmöglich geworden ist bzw. ihnen [ein weiteres Verbleiben] nicht zugemutet werden kann, insbesondere dort, wo ihre gemeindlichen Strukturen schon zerschlagen worden und sie alle einzeln der Gewalt ausgesetzt sind.
Daher scheint es uns als Nothilfe zur Rettung des Lebens der besonders Bedrohten ebenso notwendig, dass eine Kontingentlösung für die Aufnahme solcher verfolgter Menschen, die religiösen Minderheiten im Irak angehören, sowohl in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der gesamten Europäischen Union baldigst getroffen wird und man sich rechtzeitig zu einer großzügigen Aktion, die dem Selbstverständnis dieses Landes [Deutschland] als eines Zufluchtsorts Verfolgter gerecht wird.
Unsere eigenen Gläubigen rufen wir eindringlich auf, für die verfolgten Christen zu beten, ihnen aber auch, wenn sie hierher kommen, praktische und konkrete Hilfe zu erweisen.
Aus unseren Gemeinden kommen von unseren Gläubigen immer mehr besorgte Anfragen, wie eine Besserung der Lage für diese - inzwischen kann man wohl sagen: verfolgten - Christen im Irak und in Ägypten erreicht werden und wie sich unsere Kirche für sie engagieren kann. - Da viele von ihnen Mitglieder der orthodoxen und der orientalisch-orthodoxen Kirchen sind, berührt uns ihr Schicksal besonders.
Dabei scheint uns, dass die Politiker der Staaten, die den Sturz des Hussein-Regimes erreicht haben, nicht genügend für die Sicherheit der christlichen Gemeinschaften des Iraks und für ihr Überleben getan haben. Wir hoffen, dass es noch nicht zu spät ist, dies wenigstens für jene zu tun, die bislang ausgeharrt haben: Eine weitere Flucht der Christen aus dem Irak und damit das Ende einer nahezu 2000-jährigen christlichen Kultur im Zweistromland kann nicht im Sinne einer vom Humanismus geprägten und einer dem Kampf gegen den Terrorismus und für die Freiheit [verschworenen] Weltgemeinschaft sein, für die die westlichen Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, eintreten. Dies gilt auch für andere christliche Minderheiten im Vorderen Orient, die sich Übergriffen ausgesetzt sehen.
Von daher rufen wir eindringlich all jene, die politische Verantwortung tragen, dazu auf, unverzüglich alles für den Schutz der christlichen Minderheiten im Vorderen Orient Mögliche zu tun. Da ihre Lage am prekärsten ist, ist ein Engagement für die Christen im Irak dringend notwendig. So ersuchen wir die Bundesregierung, ihre Verbündeten aufzufordern, deren dort befindliche Truppen zum Schutz der Christen vor muslimischen Extremisten einzusetzen, damit so irakische Christen trotz aller Gefahr eine Chance sehen können, in ihrer Heimat, im Land ihrer Vorväter zu bleiben und dort weiterhin die christliche Tradition des Landes zu bezeugen.
Dabei ist uns bewusst, dass für viele der vom religiösen Fanatismus bedrohten Christen im Irak ein weiteres Verbleiben unmöglich geworden ist bzw. ihnen [ein weiteres Verbleiben] nicht zugemutet werden kann, insbesondere dort, wo ihre gemeindlichen Strukturen schon zerschlagen worden und sie alle einzeln der Gewalt ausgesetzt sind.
Daher scheint es uns als Nothilfe zur Rettung des Lebens der besonders Bedrohten ebenso notwendig, dass eine Kontingentlösung für die Aufnahme solcher verfolgter Menschen, die religiösen Minderheiten im Irak angehören, sowohl in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der gesamten Europäischen Union baldigst getroffen wird und man sich rechtzeitig zu einer großzügigen Aktion, die dem Selbstverständnis dieses Landes [Deutschland] als eines Zufluchtsorts Verfolgter gerecht wird.
Unsere eigenen Gläubigen rufen wir eindringlich auf, für die verfolgten Christen zu beten, ihnen aber auch, wenn sie hierher kommen, praktische und konkrete Hilfe zu erweisen.
Die Versammlung orthodoxer Bischöfe Deutschlands. Bonn, 1. November 2008.



