In Zusammenarbeit mit dem Institut G2W hat die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Horgen eine Fahrradtour von Schweizer Jugendlichen nach Kostroma organisiert. Ziel der Reise war das Jugendzentrum „Arche“, das zu den Projektpartnern von G2W zählt. Während eines gemeinsamen Pfadfinderlagers konnten sich Schweizer und russische Jugendliche besser kennen lernen. Die Fahrräder wurden zum Abschied der „Arche“ geschenkt. Regula Spalinger, die Projektverantwortliche von G2W, die die Jugendlichen begleitet hat, berichtet von den Reiseeindrücken.
In Russland fiel der Ausbruch der Corona-Pandemie mit der Frühjahrsrekrutierung für die Armee zusammen. Die hygienischen Vorschriften bei der Musterung werden nur teilweise eingehalten, so dass die „Soldatenmütter von St. Petersburg“ ein Monitoring organisiert und einen Leitfaden für Wehrpflichtige publiziert haben. Die Weiterbildungsangebote und Rechtsberatungen für Rekruten und Kriegsdienstverweigerer finden zurzeit ausschließlich per Telefon oder online statt.
In Russland steigt die Zahl der Kinder ohne ausreichende elterliche Betreuung noch immer von Jahr zu Jahr. Derzeit wird sie auf über 700000 geschätzt und liegt damit im Durchschnitt etwa fünfmal höher als im westlichen Europa. Das Jugendzentrum „Arche“ in Kostroma setzt sich für Kinder und Jugendliche ein und bietet ihnen ein geschütztes soziales Umfeld und sinnvolle Freizeitaktivitäten an. Berichte von Kindern und Lehrern vermitteln einen Einblick in die Arbeit des Jugendzentrums.
Aufgrund der repressiven Politik des Kremls nimmt die Zahl von Nichtregierungsorganisationen in Russland, die sich für die Belange von Armeeangehörigen einsetzen, immer weiter ab. Die „Soldatenmütter von St. Petersburg“ konnten dagegen ihre Arbeit in den letzten Jahren weiter professionalisieren. So vertreten sie u. a. den Fall eines Rekruten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und haben zusammen mit ukrainischen und weißrussischen Partnern ein grenzüberschreitendes Zivildienstprojekt entwickelt.
Die NGO „Soldatenmütter von St. Petersburg“ ist eine der führenden Menschenrechtsorganisationen in Russland und setzt sich für die Rechte der Wehrdienstleistenden und Stellungspflichtigen ein. Jedes Jahr berät und betreut die Organisation rund 10‘000 Soldaten, deren Menschenrechte verletzt werden. Die Vorfälle reichen von mangelnder medizinischer Versorgung bis zur Misshandlung durch Vorgesetzte. Immer mehr junge Männer wenden sich an die „Soldatenmütter“, um Auskunft und Unterstützung zum alternativen Zivildienst zu erhalten. Die NGO hat daher eine Online-Beratungsplattform zum Zivildienst erstellt, die Interessierten aus Russland, der Ukraine und Belarus gleichermassen offensteht.
Die „Soldatenmütter von St. Petersburg“ beraten und unterstützen Rekruten, Berufssoldaten und deren Angehörige auf vielfältige Weise. Neben Menschenrechtsseminaren in St. Petersburg wird die Online-Beratung für die zahlreichen Anfragen aus den russischen Regionen immer wichtiger. Durch neue Regelungen zum Gebrauch von Mobiltelefonen versucht die Armeeführung zu verhindern, dass kritische, ungeschönte Informationen nach außen dringen.




















