g2w cover

RGOW 12/2020: Verordneter Stillstand und Proteste – Politik und Religion in Belarus und Russland

Seit Monaten protestieren hunderttausende Menschen in ganz Belarus gegen die manipulierten Wahlen und die exzessive Gewalt. Wie reagieren die Religionsgemeinschaften auf die Situation? Zudem werfen wir einen Blick auf die Pandemie, die Verfassungsreform, die Regionalwahlen und die Kirche in Russland.

Weiterlesen BESTELLEN

projekte strafgefangene ponazyrevo

Projekt des Monats: Basilius-Zentrum – Neuer Fokus auf Berufsausbildung und Prävention

Das Basilius-Zentrum in St. Petersburg ist die einzige NGO in Russland, die ein soziales Rehabilitationsprogramm für 14- bis 18-jährige Jugendliche mit bedingten Haftstrafen anbietet. Im Dorf Nadkopanje soll auch eine neue Filiale mit einem Schwerpunkt auf der Berufsausbildung entstehen.

Weiterlesen SPENDEN

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Schreiben Sie uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder rufen sie uns unter +41 44 342 18 19 an.

Adresse
Institut G2W
Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Bederstr. 76
CH-8002 Zürich

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.:  + 41 44 342 18 19

Informieren Sie sich über die Informations- und Projektarbeit von G2W in unseren Jahresberichten. Neben der aktuellen Jahresrechnung finden Sie im Jahresbericht Informationen zu den laufenden Projekten, zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Zeitschrift und zu unseren Veranstaltungen.

pdfJahresbericht 2019

pdfJahresbericht 2018

pdfJahresbericht 2017

pdfJahresbericht 2016

pdfJahresbericht 2015

pdfJahresbericht 2014

pdfJahresbericht 2013

pdfJahresbericht 2012

pdfJahresbericht 2011

pdfJahresbericht 2010

pdfJahresbericht 2009

pdfJahresbericht 2008

pdfJahresbericht 2007

 

 

 

 

Die Mitarbeitenden des Instituts G2W verfügen über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse zu Mittel-, Südost- und Osteuropa. Wenn Sie – eine Kirchgemeinde oder Pfarrei, eine Firma oder Institution, eine Einzelperson mit privatem oder beruflichem Interesse an Osteuropa – auf der Suche nach fundierten Informationen über kirchliche und gesellschaftliche Prozesse in Osteuropa sind, sind wir die richtigen AnsprechpartnerInnen.

Dienstleistungen:

  • Informationssuche (siehe auch unsere Themendossiers)
  • Vorträge und Seminarleitung
  • Organisation von Vortragsreihen und Seminaren im Rahmen der Erwachsenenbildung für Kirchen, Gesellschaft und Wirtschaft
  • schriftliche Artikel für geplante Veröffentlichungen
  • Organisation von Bildungs- und Kulturreisen
  • Interviews
  • Vermittlung von Kontakten zu BeobachterInnen vor Ort
    Siehe auch unter Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit.

Nachrichtendienst Östliche Kirchen (NÖK)
Der Nachrichtendienst Östliche Kirchen (NÖK) ist ein zweiwöchentlich erscheinender Informationsdienst zu den orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Er sammelt Nachrichten zu kirchlichen Entwicklungen in der Region und bietet Hintergrundberichte und Experteninterviews zu aktuellen Ereignissen. Zudem informiert er über Veranstaltungen und Publikationen, welche die kirchliche Landschaft Osteuropas im Fokus haben.
Herausgegeben wird NÖK von Renovabis – dem Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Renovabis fördert kirchliche, soziale, Bildungs- und Medienprojekte in 29 mittel- und osteuropäischen Ländern. Redaktionell verantwortet wird NÖK vom Institut G2W. NÖK wurde von Prof. Dr. Thomas Bremer vom Ökumenischen Institut an der Katholischen-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gegründet, der NÖK von Juni 2003 bis Mai 2017 mit finanzieller Unterstützung von Renovabis herausgegeben hat.

nok2

Bibliothek des Instituts G2W
Die Bibliothek des Instituts G2W ist eine Spezialbibliothek zu Kirchen und Religionsgemeinschaften in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa. Einen geographischen Schwerpunkt bildet dabei Russland: Die Bibliothek umfasst Forschungsliteratur und Quellendokumentationen zur russischen Kirchengeschichte vor 1917, zur Lage der Religionsgemeinschaften in der Sowjetunion (Religionsgesetzgebung, Repression und Widerstand) und zu den postkommunistischen Transformationsprozessen.

Anfang 2013 hat G2W einen Großteil seines Bestands zu den Themenkomplexen Atheismus und Religion in der Sowjetunion an die Schweizerische Osteuropabibliothek in Bern übergeben.

1. Name und Sitz
Unter der Bezeichnung G2W - Ökumenisches Forum für Glaube, Religion und Gesellschaft in Ost und West (früher: Verein Glaube in der 2. Welt/G2W), besteht mit Sitz in Zürich seit dem 10. Juli 1972 ein Verein im Sinne der Bestimmungen Art. 60-79 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches.

2. Sinn und Zweck
Der Verein befasst sich mit der Wahrung der Religionsfreiheit gegenüber Kirchen und Bekenntnissen
- in den ehemals sozialistischen Ländern Mittelost-, Südost- und Osteuropas,
- in Staaten mit atheistischer Herrschaftsstruktur
- sowie in Griechenland und den Ländern des Nahen Ostens.
Der Verein fördert durch seine Informations- und Projektarbeit das Zusammenwachsen Europas und die konfessionelle Verständigung.
Der Verein ist politisch und konfessionell neutral, bekennt sich jedoch zu den in der Bibel bezeugten Grundwahrheiten des christlichen Glaubens und zu den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit,
wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO vom 10.12.1948, der Konvention des Europarats zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4.11.1950 samt ihren Zusatzprotokollen und in den Dokumenten der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa / OSZE formuliert sind.
Der Verein verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn.

3. Tätigkeit
Als kirchliches, überkonfessionelles Werk unterhält der Verein zur Verwirklichung seines Zwecks ein Institut, welches auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung Informationen und Dokumentationen über das religiöse Leben und die Verwirklichung der Menschen- und Freiheitsrechte erarbeitet, über die Verletzung dieser Recht informiert, alles Geeignete für die Beseitigung der Verletzungen unternimmt und im Geiste ökumenischer Solidarität Aufbauarbeit für Gläubige, Kirchen und Menschenrechtsgruppen in Mittel- und Osteuropa leistet.
Der Verein fördert auch die direkte Hilfeleistung. Er leistet humanitäre Hilfe, fördert die freie, geistige, wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere durch Hilfe zur Selbsthilfe und direkte Hilfeleistung für konkrete Projekte von Benachteiligten.

Er befasst sich mit der Menschenrechtssituation in den ehemals sozialistischen Ländern Mittelost-, Südost- und Osteuropas; der Verein unterstützt durch seine Informationstätigkeit, Projektarbeit und direkte Hilfe das Zusammenwachsen Europas unter Förderung und Wahrung der Freiheits- und Menschenrechte, wozu namentlich auch die Religionsfreiheit gehört.

4. Sektionen
Der Verein kann Sektionen in anderen Teilen Europas gründen. Diese werden durch Beschluss der Mitgliederversammlung anerkannt. Sektionen, deren Statut oder Tätigkeit mit den Zwecken des Vereins nicht übereinstimmen, kann die Anerkennung durch die Mitgliederversammlung entzogen werden.

5. Mitgliedschaft
Als Einzelmitglieder können natürliche und als Kollektivmitglieder juristische Personen aufgenommen werden, die bereit sind, die Ziele und die Tätigkeit des Vereins zu unterstützen.

Die Mitgliederversammlung kann Mitglieder, die sich um den Verein besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern ernennen.

Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme von Mitgliedern endgültig. Mitglieder, welche eine den Vereinsinteressen zuwiderlaufende Tätigkeit entfalten, können von der Mitgliederversammlung
ausgeschlossen werden.

Der ordentliche Austritt kann unter Einhaltung der Kündigungsfrist von drei Monaten jeweils auf Ende eines Kalenderjahres erklärt werden.

6. Mitgliederversammlung
Es findet jährlich spätestens im 3. Quartal eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Weitere Mitgliederversammlungen werden auf Beschluss des Vorstandes oder auf Verlangen von mindestens einem Fünftel der Mitglieder einberufen.

Einzel-, Kollektiv- und Ehrenmitglieder haben an der Mitgliederversammlung je eine Stimme.

In die Kompetenz der Mitgliederversammlung fallen insbesondere
• die Wahl des aus sieben bis neun Mitgliedern bestehenden Vorstandes, jeweils
auf die Dauer von vier Jahren;
• die Wahl des Präsidenten für die gleiche Zeitdauer;
• die Wahl der Kontrollstelle für die gleiche Zeitdauer;
• die Abnahme der Jahresrechnung;
• die Abnahme des Jahresberichts;
• die Genehmigung des vom Vorstand vorgelegten Jahresbudgets;
• Festlegung der Mitgliederbeiträge;
• die Änderung der Statuten;
• die Ernennung von Ehrenmitgliedern.
Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig, sofern sie unter Angabe der Traktandenliste spätestens vier Wochen im voraus einberufen wurde. Sie beschliesst mit der Mehrheit der anwesenden Mitglieder unter Vorbehalt
von Ziff. 13 und 14.

Die Mehrheit der anwesenden Kollektivmitglieder hat das Vetorecht.

Wahlen und Abstimmungen finden offen statt, sofern die Versammlung nicht etwas anderes beschliesst. Bei Stimmengleichheit entscheidet in Sachfragen der Präsident, bei Wahlen das Los.

7. Vorstand
Der von der Mitgliederversammlung gewählte Vorstand konstituiert sich selbst. Der Präsident wird jedoch von der Mitgliederversammlung gewählt.

Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins, soweit dafür nicht nach Gesetz oder Statuten die Mitgliederversammlung zuständig ist. Er regelt die Vertretung nach aussen und kann aus seiner Mitte und bei Bedarf auch unter Zuzug weiterer Mitarbeiter Ausschüsse bilden.

Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens vier seiner sieben Mitglieder, bzw. fünf seiner neun Mitglieder anwesend sind. Er fasst seine Beschlüsse mit Mehrheitsentscheid; bei Stimmengleichheit in Sachfragen entscheidet der Präsident, bei Wahlen das Los. Zirkularbeschlüsse sind zulässig.

Der Vorstand wird vom Präsidenten unter Angabe der Traktandenliste bis spätestens 14 Tage im voraus einberufen. Er darf Geschäfte, die auf der Traktandenliste nicht aufgeführt sind, nur behandeln, wenn sämtliche an der Sitzung anwesende Vorstandsmitglieder damit einverstanden sind.

Die Mitglieder des Vorstandes sind ehrenamtlich tätig und haben grundsätzlich nur Anspruch auf Entschädigung ihrer effektiven Spesen und Barauslagen. Für besondere Leistungen einzelner Vorstandsmitglieder kann eine angemessene Entschädigung ausgerichtet werden.

8. Erweiterter Vorstand
Der erweiterte Vorstand setzt sich zusammen aus Delegationen der Vorstände der nationalen Sektionen. Er tritt jährlich ein- bis zweimal zusammen und wird in der Regel vom Präsidenten des schweizerischen Vereins geleitet.

Der erweiterte Vorstand fördert die Institutsarbeit, setzt sich für die Verbreitung der Anliegen von G2W ein und unterstützt die Sektionen durch gegenseitige Konsultationen und Informationen. Seinen Beschlüssen kommt der Charakter von Empfehlungen zu.

Er kann sich eine Geschäftsordnung geben.

9. Patronat
Dem Institut ist ein Patronat beigegeben. Ihm gehören Persönlichkeiten verschiedener christlicher Bekenntnisse und Nationen an. Die Mitglieder des Patronats fördern gemäss ihren Möglichkeiten die Tätigkeit des Instituts. Sie sind ehrenamtlich tätig und werden vom Vorstand in Verbindung mit der Institutsleitung berufen.

10. Mitarbeiter
Der Vorstand stellt für die Leitung des Instituts einen Direktor sowie weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an.

Der Vorstand erstellt die Pflichtenhefte.

11. Finanzen
Die Einnahmen des Vereins sind:
• die Beiträge der Einzel- und Kollektivmitglieder,
• Beiträge von Kirchen,
• freiwillige Zuwendungen,
• Erträgnisse aus der Tätigkeit des Instituts und seiner Mitarbeiter, einschliesslich Vorträge, Expertisen, Veröffentlichungen u.ä. Arbeiten in anderen Zeitschriften und für Dritte.

Der jährliche Mitgliederbeitrag wird durch die ordentliche Mitgliederversammlung festgelegt. Ehrenmitglieder und Vorstandsmitglieder sind von der Beitragspflicht befreit.

Für die Verbindlichkeiten des Vereins haftet ausschliesslich das Vereinsvermögen. Ausscheidende Mitglieder müssen den Beitrag für das laufende Vereinsjahr noch bezahlen und haben keinen Anspruch auf das Vereinsvermögen.

12. Kontrollstelle
Die Kontrollstelle hat zuhanden der Mitgliederversammlung die Jahresrechnung und den Vermögensstand sowie während des Jahres die Kassenführung zu prüfen.

13. Statutenänderung
Eine Änderung der Statuten bedarf einer Mehrheit von 2/3 der an der Mitgliederversammlung anwesenden Stimmberechtigten.

14. Auflösung
2/3 der anwesenden Stimmberechtigten an der Mitgliederversammlung können die Auflösung des Vereins beschliessen, wenn das Vereinsziel erreicht worden ist, wenn es hinfällig geworden ist oder wenn es auf andere Weise als durch den Verein besser erreicht werden kann.

Die nach der Auflösung des Vereins verbleibenden Mittel sind einer steuerbefreiten Institution mit gleicher oder ähnlicher Zwecksetzung zuzuwenden. Eine Verteilung unter die Mitglieder ist ausgeschlossen.

Diese Statuten sind an der Gründungsversammlung vom 10. Juli 1972 in Chur angenommen und an den Mitgliederversammlungen vom 17. September 1973 in Zürich, vom 3. Juli 1982 in Chur, vom 20. April 1991 in Küsnacht, vom 15. Mai 1993 in Zug, vom 25. Mai 2002 in Zürich, vom 10. Mai 2003 in Luzern und vom 17. Mai 2008 in Zürich revidiert worden.

Die Richtigkeit dieses zur Zeit gültigen Textes der Statuten des Vereins G2W - Ökumenisches Forum für Glaube, Religion und Gesellschaft in Ost und West mit allen oben angeführten Änderungen bestätigen:

 Der Präsident: Dr. Georg Rich

Der Vizepräsident: Ferdinand Luthiger

Gründung des Instituts G2W („Glaube in der 2. Welt")
Das Institut G2W wurde 1972 mit dem Ziel gegründet, die Öffentlichkeit über die Unterdrückung von Kirchen und Religionsgemeinschaften im kommunistischen Ostblock aufzuklären. Der entscheidende Impuls zur Gründung des Instituts ging von Eugen Voss, Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde St. Moritz (Kanton Graubünden, Schweiz), aus, der russland-schweizerischer Herkunft ist.

Bei einem Besuch seiner Verwandten in der Sowjetunion in den 1960er Jahren erfuhr er, dass die Lage der Kirchen und Religionsgemeinschaften dort ganz anders und vor allem viel schlimmer war, als sie in den westlichen Medien dargestellt wurde. Insbesondere die harte und einschneidende administrative Einschränkungs- und Kirchenschließungskampagne unter Chruschtschow (1958-1964), die nach 1964 zwar in ihrer Radikalität zurückgenommen, aber nicht grundlegend verändert worden war, gelangte im Westen kaum zur Kenntnis. Daher hielt Eugen Voss an der Pfarrersynode der reformierten Landeskirche des Kantons Graubündens 1968 einen Vortrag über das Thema „Neue Dokumente zur Lage der Christen in der Sowjetunion". Darauf erteilte ihm die Synode den Auftrag, ein Konzept zur systematischen Sammlung, Interpretation und Verbreitung solcher Dokumente und Nachrichten zu entwickeln. Er schlug vor, dafür ein eigenes Institut zu schaffen.

Am 10. Juli 1972 gründeten der evangelisch-reformierte Kirchenrat des Kantons Graubündens und der römisch-katholische Bischof von Chur, Johannes Vonderach, die „Forschungs- und Informationsstelle Religion und Kirche im kommunistischen Einflussbereich" (FIRKKE), die bald den griffigeren Namen „Glaube in der 2. Welt" (G2W) erhielt. Das Institut wurde in der juristischen Form eines Vereins organisiert und war eine der ersten ökumenischen Einrichtungen in der Schweiz mit einer starken Bindung an die Landeskirchen.

Seinem Informationsauftrag kam das neu gegründete Institut durch eine Monatszeitschrift, Vorträge, Broschüren, Artikel in der Tages- und kirchlichen Presse sowie durch Bücher, von denen viele im 1981 gegründeten hauseigenen Verlag veröffentlicht wurden, nach. Die erste Ausgabe der Zeitschrift, die im Januar 1973 erschien, war ein einfacher Materialdienst. Daraus entwickelte sich in den folgenden Jahren das Publikationsorgan „Glaube in der 2. Welt. Zeitschrift für Religionsfreiheit und Menschenrecht" (G2W), seit Juli 2001 mit dem Untertitel „Ökumenisches Forum für Religion und Gesellschaft in Ost und West". Seit September 2011 erscheint die Zeitschrift unter dem neuen Titel Religion & Gesellschaft in Ost und West (RGOW).

Engagement zu Zeiten des Kalten Krieges
Während der ersten zwei Jahrzehnte war die Arbeit von G2W vom Kalten Krieg geprägt. Europa war durch den „Eisernen Vorhang" in zwei Teile zerrissen und die Kommunikation zwischen den beiden Teilen gestaltete sich außerordentlich schwierig. Besonders herausfordernd war es, ein zuverlässiges Bild über das Schicksal der Kirchen und Religionsgemeinschaften zu vermitteln. Das Institut G2W, von Pfr. Eugen Voss von 1972 bis 1991 geleitet, baute dazu ein reiches Kontaktnetz auf, u.a. stand es mit dem bekannten russischen Menschenrechtskämpfer Andrej Sacharov in Verbindung. Zudem engagierte es sich im KSZE-Prozess, um so jenen Menschen Gehör zu verleihen, deren Stimmen zum Schweigen verurteilt waren.

Praktische Hilfe von Mensch zu Mensch, damals „Osthilfe direkt" genannt, und Fürbittenpartnerschaften kamen dazu. Seit 1981 gibt es die Literaturhilfe von G2W. Im gleichen Jahr begann auch die Unterstützung von religiösen Radiosendungen der mit dem Institut St. Serge in Paris eng verbundenen Organisation „La Voix de l'Orthodoxie". Seit 1996 wurden die Radiosendungen direkt aus Russland von der G2W-Partnerorganisation, der orthodoxen Bruderschaft der Hl. Anastasija (Radiostation „Grad Petrov"), geleitet.

Trotz aller Behinderungen und Schwierigkeiten durch Mauer, Stacheldraht, Informationssperren, Zensur und gezielter Wahrheitsverfälschung gelang es G2W, ein tragfähiges Beziehungsnetz zwischen Ost und West aufzubauen. Mit Glasnost und Perestrojka in der Sowjetunion, mit der Wende in Osteuropa und mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 änderten sich auch die Arbeitsbedingungen für G2W.

Neue Aufgaben nach der Wende von 1989
Mit der politischen Wende in Osteuropa fiel auch ein Führungswechsel bei G2W zusammen: Neuer Institutsleiter wurde Erich Bryner (1991-2005). Auch das Arbeitsfeld von G2W veränderte sich: Einerseits mehrten sich die Stimmen, dass G2W mit dem Ende des Kalten Krieges seine Aufgabe erfüllt habe. Andererseits baten uns viele unserer langjährigen Partner im Osten, sie gerade jetzt nicht im Stich zu lassen, unsere Informationsarbeit weiterzuführen und unsere Hilfstätigkeit zu intensivieren.

Denn die neuen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen brachten vielfach neue Probleme hervor: eine geistige Orientierungslosigkeit in den Transformationsländern, der Wiederaufbau der zerstörten kirchlichen Strukturen, schließlich auch Fragen der Vergangenheitsbewältigung. Hinzu kam die Problematik der Neugestaltung des Kirche-Staat-Verhältnisses und des Aufbaus einer Zivilgesellschaft. Die anfängliche Wende-Euphorie wich angesichts neu erwachter Nationalismen, daraus entstehender Konflikte und Kriege (Ex-Jugoslawien) sowie angesichts fortbestehender Minderheitenprobleme, Anti-Ökumenismus und Antisemitismus einem neuen Problembewusstsein. All dies waren Gründe, die Informationstätigkeit von G2W keineswegs aufzugeben. Eine der prägendsten Figuren der Zeitschrift war über mehr als drei Jahrzehnte seit 1986 Dr. Gerd Stricker, zuerst als stv. Chefredakteur, von 2005–2009 Chefredakteur.

Auf dem Gebiet der praktischen Hilfstätigkeit weitete G2W seinen Aktionsradius sogar noch aus: Über die jahrelang gewachsenen Kontakte trafen Hilfsgesuche ein. Systematisch wurde daher eine Projektarbeit aufgebaut - mit dem Schwerpunkt in Russland, aber auch mit Projekten in den ostmitteleuropäischen Ländern. G2W entwickelte für seine Arbeit in Russland ein eigenes Hilfskonzept, das an der Basis ansetzt und vor allem mit Kirchgemeinden, Bruderschaften der orthodoxen Kirche, mit sozialen Vereinigungen wie „Glaube, Hoffnung, Liebe" (Moskau) und anderen zuverläßigen und anerkannten Partnern zusammenarbeitet. Am 25. Mai 1992 wurde die G2W-Kontaktstelle in Moskau, die maßgeblich von Franziska Rich aufgebaut worden war, vom russischen Justizministerium registriert. Die Kontaktstelle mit dem Namen „G2W-Informationsbüro Moskau" erleichterte den administrativen Ablauf der Russlandhilfe erheblich und trug zur Effizienzsteigerung bei. 2006 wurde das Informationsbüro aufgelöst, da die bürokratischen Aufgaben nun auch von der Schweiz aus gelöst werden konnten.

Namensänderung des Vereins und des Instituts
An der Jahresversammlung 2008 beschlossen die Mitglieder des Vereins „G2W - Glaube in der der 2. Welt" eine Namensänderung des Vereins und des Instituts. Diese drängte sich auf, da die „Zweite Welt" als isolierter Block mit einheitlicher Ideologie heute nicht mehr existiert. Die Entwicklungen nach der Wende und nicht zuletzt die Integration einstiger Ostblockstaaten in die EU haben Europa in den letzten Jahren immer mehr zusammen wachsen lassen. Deshalb verzichteten Verein, Institut und Zeitschrift auf den Namen „Glaube in der 2. Welt", wobei allerdings das Logo G2W beibehalten wurde. So heißen nun Verein und Institut: „G2W - Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West". Der Zeitschrift wurde 2011 in Absprache mit dem Vorstand des Trägervereins ein neuer Titel verliehen: Religion & Gesellschaft in Ost und West (RGOW).

Wir brauchen Ihre Unterstützung
Durch die Mitgliedschaft im Verein G2W unterstützen Sie unsere Informationsarbeit zu kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den osteuropäischen Ländern sowie soziale Projekte in Russland. Die Mitgliedschaft steht allen Interessierten - Einzelpersonen wie Kollektiva - offen. Hier finden Sie die Statuten des Vereins in der aktuellen Version vom 17.5.2008.

Einzelmitglieder CHF 50.-
Kollektivmitglieder A CHF 400.- (inkl. 3 Abonnements der Zeitschrift RGOW)
Kollektivmitglieder B CHF 200.- (inkl. 1 Abonnement der Zeitschrift RGOW)

Mitglied werden

Vorstand
Präsidentin: Dr. phil. Rahel Černá-Willi, Basel
Vizepräsident: Dr. Zeno Cavigelli, Volketswil
Quästor: Claudio Willi, St. Gallen
Aktuarin: Eva Gysel, Wilchingen
Beisitzer:
Pfr. Frank Peter Bangerter, Zürich
Dr. Mark-Oliver Baumgarten, Basel
Pfr. Dr. Jan-Andrea Bernhard, Castrisch
Pfr. Dr. Jiří Dvořáček, Wallisellen
Dr. oec. Georg Rich, Aarau
Pfr. Dr. Miroslav Simijonović, Zürich

Patronat
Die Mitglieder des Patronatskomitees:

  • Bischof em. Dr. hc. Hans Gerny, Bern, Christkatholische Kirche der Schweiz
  • Kardinal Dr. Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, Österreich
  • Pfr. Dr. h.c. Eugen Voss, Küsnacht, Schweiz
  • Prof. Dr. J.S.Trojan, Prag, Tschechien
  • Bischof em. Dr. h. c. Rolf Koppe

Stellungnahmen der Mitglieder des Patronatskomitees zur Frage, weshalb sie die Arbeit von G2W unterstützen:

"G2W ist ein breites ökumenisches und interreligiöses Forum, das seit Jahrzehnten an der Befreiung und Einigung Europas tatkräftig mitgearbeitet hat und eine Brückenfunktion bei der Lösung aktueller politischer, sozialer und religiöser Konflikte bietet."
Kardinal Dr. Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien

"Mir gefällt die weitgespannte Arbeitsbreite von G2W mit vielen Informationen aus verschiedenen Kirchen Europas. Besonders freuen mich natürlich die Nachrichten aus Tschechien, die ich präzis und innovativ finde."
Prof. Dr. J.S. Trojan

 

G2W - Deutsche Sektion e.V.
Der Verein G2W - Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West -  Deutsche Sektion e.V. unterstützt die Arbeit des Instituts G2W in Zürich. Die Mitgliedschaft steht allen Interessierten - Einzelpersonen wie Kollektiva - offen.
Hier finden Sie die  Statuten von G2W - Deutsche Sektion e.V. in der aktuellen Version vom 21.10.2011

Einzelmitglieder jährlich € 70,- (1 Abonnement der Zeitschrift RGOW)
Korporativmitglieder jährlich € 130,- (2 Abonnemente der Zeitschrift RGOW)

Präsidentin: Pfr. Senta Zürn, Großbettlingen
Vizepräsident: Stefan Kube, Zürich
Beisitzer:
Pfr. Prof. Dr. Wolfgang Schwaigert, Blaubeuren
PD Dr. Gisa Bauer, Karlsruhe
Hermann König, Wildeshausen
Geschäftsführer: Vladislav Atanassov, Mühlgasse 1, D-72622 Nürtingen

Der Verein G2W - Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West - Deutsche Sektion e.V. ist laut Bescheid des Finanzamtes Magdeburg I vom 18.07.2019 ( St.-Nr. 101/142/05090) von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit, weil er ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken dient.

Konto: Postbank Hamburg, IBAN DE96 2001 0020 0003 3282 09, BIC PBNKDEFF

 

g2w facebook logo   g2w twitter logo