Bei Kriegsende, als die sowjetischen Armeen das Baltikum besetzten, flohen ca. 80.000 Esten und etwa die Hälfte der Pfarrerschaft: nach Skandinavien, nach Deutschland und England, viele wanderten nach Amerika und Australien weiter. Sehr bald wurden kirchliche Strukturen aufgebaut. Heute zählt die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche im Ausland, deren Erzbischof erst in Stockholm seinen Sitz hatte und nun in Toronto/Kanada, residiert, ca. 15.000 Gemeindeglieder in 49 Gemeinden, die von 34 Pfarrer/innen seelsorgerlich betreut werden.
Die katholischen Bischöfe der Slowakei und Ungarns haben sich in getrennten, aber aufeinander abgestimmten Erklärungen zu den im November 2008 wieder einmal offen ausgebrochenen Spannungen zwischen beiden Ländern geäußert. Beide Seiten verurteilten dabei jeglichen Extremismus und riefen zum Dialog der Konfliktparteien auf.
Der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Bischof František Tondra von Spiš, erklärte in seinem „Aufruf zur Beruhigung der Beziehungen zwischen der Ungarischen und Slowakischen Republik", er verfolge „mit wachsenden Befürchtungen die zugespitzten Beziehungen" zwischen beiden Ländern. Als Vorsitzender der Slowakischen Bischofskonferenz rufe er „nach Beratung mit einigen Bischöfe alle Menschen guten Willens auf, es möge ein jeder zur wechselseitigen Verständigung zwischen beiden Völkern beitragen." Alle sollten sich von „jeglichen extremistischen Äußerungen distanzieren".
Unter dem Vorsitz von Patriarch Alexij II. hat der Hl. Synod der Russischen Orthodoxen Kirche an seiner Sitzung vom 6. Oktober 2008 die endgültige Absetzung von Bischof Diomid (Dzjuban, *1961) von Anadyr und Tschukotka beschlossen und ihn in den Stand eines einfachen Mönches versetzt. Damit bestätigte er eine Entscheidung des Bischofskonzils der Russischen Kirche vom 24. bis 27. Juni 2008: Dieses hatte Bischof Diomid in absentia seines Amtes als Oberhaupt der Eparchie Tschukotka enthoben, ihm Zelebrierverbot auferlegt und ihm gedroht, er werde suspendiert und zum einfachen Mönch herabgestuft, falls er hinsichtlich seiner „antikanonischen Akte, Verleumdungen seiner Hierarchie und der Verbreitung von Lügen sowie Anstiftung zum Schisma" dem Hl. Synod bis zur Sitzung am 6. Oktober 2008 keine Reue-Erklärung übermittle - was nicht geschah. Zudem war Bischof Diomid wiederholten Aufforderungen, vor dem Bischofskonzil sowie dem Hl. Synod zu erscheinen, nicht nachgekommen.














